Tuesday, November 28th, 2006

StudiVZ und die Probleme

Es ist schon lustig. Monatelang habe ich mich standhaft geweigert, mich bei StudiVZ zu registrieren. Nichtmal, weil ich kein Student bin. Mir ist einfach dieser ganze Social Networking Hype zuviel, ich hab’s einfach nicht eingesehen.

Heute bin ich dann doch über meinen Schatten gesprungen und habe mich angemeldet. Ok, es war langsam. Sehr langsam. Damit kann ich mich ja noch abfinden. Ich war erstaunt, wieviel Freunde und Altbekannte, lange-aus-den Augen verlorene Leute ich innerhalb kürzester Zeit gefunden habe - echt erfreulich. Die Probleme gingen weiter, als ich mein Profil aktualisieren wollte. Es wollte einfach nicht klappen und nach dem dritten gelogenen “Erfolgreich gespeichert” habe ich es vorerst aufgegeben. Jetzt -ich habe gerade meinen ersten Eintrag auf meiner Pinnwand bekommen, wie mir eine Email signalisierte- ist das Projekt seit einigen Stunden komplett weg vom Fenster. Grund genug, mal ein wenig Recherche über den Verein zu betreiben - mit erschreckenden Ergebnissen, die ich hier kurz mit den mir am wichtigsten scheinenden Links festhalten möchte. Von Nazi-Gruppen mit horrenden Mitgliederzahlen, Stalker-Gruppen, bei denen sogar die Chefetage mitmischen möchte, grauenvollem Umgang mit privaten Daten durch ein scheinbar mehr als schlotterig programmiertes System und der fehlenden Einsicht der Betreiber, die offenbar an nichts als einem schnellen, teueren Verkauf and die amerikanische Datenkrake facebook interessiert ist:

 StudiVZ - Der Hitler-Screenshot und der Käufer Facebook
Seltsame Einladung für ein Betriebsfest.

700 Stalker und der Datenschutz
Eine Gruppe inklusive eines führenden Mitarbeiters spähen durch bekannte Sicherheitslöcher private Fotos von Studentinnen aus und veranstalten Fotocontests, selbstverständlich ohne deren Wissen.
Man beachte den Gruß “Post Heil” des Mitarbeiters. Passt gut in das sich abzeichnende Nazi-Image (jaja, ihr seid nur lustig).

Sicherheitsbedenken mehr als begründet
So ging es heute wieder weiter. Allein die Tatsache, dass die infame “Supersuche” als deaktiviert genannt wurde, in Wahrheit aber nur der Link im Frontend entfernt wurde und die Funktionalität an sich unter der gleichen URL nach wie vor zu nutzen war lässt mir als wenig begnadetem Programmierer die Haare zu Berge steigen
Die Sorgenfreien
Eine schöne Zusammenfassung der Geschehnisse von Falk Lueke, die eigentlich für ein Druckerzeugnis geschrieben wurde, aber dann doch nicht erschienen ist.
Ich weiß, dass das nichts absolut Neues ist, aber es ging auch an mir vorbei, also könnte es vielleicht noch den ein oder anderen interessieren, gerade jetzt, wo man sich wundert, wieso das Portal nicht erreichbar ist. Für weitere Infos, alte wie zukünftige, seien die bereits genannten Blogs YAMB und Blogbar nochmals hervorgehoben.

Schlussendlich hat mich das doch etwas nachdenklich gestimmt, wie leichtfertig ich oft mit meinen Daten zugunsten von Bequemlichkeit und Neugierde umgehe.

» Filed under Geblubber by kwer83 at 1:42.

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3 comments
to StudiVZ und die Probleme

  1. Flamecrown

    on Wednesday, November 29th, 2006 at 4:15 pm:

    ich weiß - leider.
    regelmäßige blicke auf spiegel.de zeigen einem regelmäßig die negativen seiten von studivz auf.
    dennoch nett :)

  2. on Wednesday, November 29th, 2006 at 4:32 pm:

    Jo, wobei Spiegel nicht wirklich tiefgehend über die (technischen) Hintergründe berichtet, imho.

  3. on Thursday, November 30th, 2006 at 2:46 pm:

    jo.. ich habe mich auch geweigert, mich da anzumelden, obwohl es mir von mehreren Leuten ans Herz gelegt wurde. Ich hatte irgendwie ein schlechtes Gefühl dabei, denen meine gesammelten persönlichen Daten in den Rachen zu werfen.
    Die Berichte, die in letzter Zeit im Netz auftauchen bestätigen mich in ungeahntem Ausmaß und ich kann mich mal wieder mit einem zufriedenen Grinsen zurücklehnen.. “hab ich’s euch nicht gleich gesagt? Ihr wolltet ja nicht hören. Jetzt habt ihr den Salat.” ^^

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